Klimaschutz in Wadgassen

Haben Sie das gewusst? 

Die Gemeinde Wadgassen beschäftigt seit dem 1. Januar 2024 einen eigenen Klimaschutzmanager, der sich ausschließlich um den Klimaschutz in der Gemeinde kümmert. Dies ist durchaus eine Besonderheit in den Kommunen des Landkreises Saarlouis, so hat außer Wadgassen aktuell nur der Landkreis Saarlouis selbst und die Stadt Saarlouis einen eigenen Klimaschutzmanager. 

Die Idee, eine Stelle zu schaffen, die sich querschnittsmäßig über alle Ämter hinweg mit dem Thema Klimaschutz beschäftigt, schlug Bürgermeister Sebastian Greiber bereits vor Monaten dem Gemeinderat vor. Mit der Mehrheit der Stimmen aus SPD, FDP, Grüne und Aktive21 wurde der Stelle auch im Gemeinderat zugestimmt. Seit Anfang dieses Jahres ist er nun im Einsatz und wir dürfen Ihnen vorstellen: Christian Schnadinger. 

Die Stelle des Klimaschutzmanagers von Christian Schnadinger wird gefördert durch die nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Diese nationale Klimaschutzinitiative fördert über die Stelle des Klimaschutzmanagers hinaus auch die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für Wadgassen. Dieses soll innerhalb einer Zeitspanne von zwei Jahren, also bis Ende 2025, fertiggestellt werden. So die Zielvorgabe der Fördergeber. 

Was sind die Aufgaben des Klimaschutzmanagers in Wadgassen? 

Herr Schnadinger wird sich als Klimaschutzmanager den Schwerpunkten Mobilität, Verkehr, Biodiversität und Gebäudeenergiemanagement annehmen und dabei unterstützen, viele Maßnahmen in Wadgassen vor Ort umzusetzen. Dazu ist die Erstellung eines Klimaschutzkonzept die Rahmenbedingung. Im Zuge dessen wird er auch die Steuerung und Koordination der Klimaschutzaktivitäten in der Gemeinde übernehmen, Zielerreichung kontrollieren, Maßnahmen und Prozesse evaluieren und für die ständige Verbesserung der Abläufe und Instrumente sorgen. 

Darüber hinaus steht er auch in Kontakt mit lokalen Klimaschutzakteurinnen und Klimaschutzakteure, Bürgerinnen und Bürgern und externen Fachleuten, um den Informations- und Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Ziel ist es, die Kommune in größere Netzwerke einzubinden, um den Austausch mit externen Akteurinnen und Akteuren im Klimaschutz – wie zum Beispiel Vereinen und Verbänden, anderen Kommunen oder überregionalen Netzwerken –  zu fördern und dadurch Anregungen für eigene Klimaschutzaktivitäten und Klimaschutzprozesse zu erhalten. Auch das Ausloten weiterer Förderanträge gehört mit zu seinen Arbeitsaufgaben. 

Was ist das Klimaschutzkonzept für Wadgassen? 

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wird durch die nationale Klimaschutzinitiative gefördert. Das Konzept ist dabei klar definiert. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Grunddatenermittlung. Das heißt zum Beispiel wie sind die Energiebilanzen im Gewerbe, Handel- und Dienstleistungssektor vor Ort und wie sieht es mit den privaten Haushalten aus? Aus diesen Basisdaten ergeben sich dann Potentialermittlungen: Wo gibt es Möglichkeiten, die Kommune voranzubringen? Wie sieht es mit Solar, Windkraft und generell erneuerbaren Energien aus? All diese Punkte sind natürlich auch Faktoren in der kommunalen Wärmeplanung. 

Aus dieser Grunddatenermittlung ergeben sich zwei Szenarien: 

  • Szenario 1 oder auch „Trendszenario“: Bei diesem Szenario geht man von der Annahme aus, dass die Kommune selbst aktiv nichts für den Klimaschutz tut. Man schaut, welche Verbesserungen allein durch den technischen Fortschritt erreicht werden können und berechnet, wo man 2045 mit diesen Werten landen würde. 
  • Szenario 2 oder auch „Klimaschutzszenario“: Bei diesem Szenario greift man auf die Potentiale zum Klimaschutz zurück und ermittelt das vollständig vorhandene Potential der Gemeinde. Auch hier wird dann geschaut, wo man 2045 auskommen würde. 

Die Ziele, die die Gemeinde Wadgassen hierbei vor Augen hat, sind durch die Bundesregierung vorgegeben: Klimaneutralität bis 2045

Wie ist der zeitliche Plan beim Klimaschutzkonzept? 

Seit dem 01. Januar 2024 ist Christian Schnadinger als Klimaschutzmanager bei der Gemeinde Wadgassen aktiv. Bis Ende 2024 soll der Konzeptentwurf für das Klimaschutzkonzept stehen. Bis Mitte 2025 soll dann die Fortschreibung sichergestellt werden. Nach ca. 18 Monaten von Januar 2024 aus gerechnet soll das Konzept beschlussfähig dem Gemeinderat präsentiert werden, damit es – wie in der Zielvorgabe der Förderung – bis Ende 2025 fertig gestellt werden kann. 

Was wird jetzt konkret gemacht? 

Während der gesamten Konzeption ist ein elementarer Bestandteil auch die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Akteurs- und Bürgerbeteiligung vor Ort. Deswegen sind in den nächsten Monaten verschiedene Beteiligungsformate geplant. Konkrete Maßnahmen, die angegangen werden, sind unter anderem Konzepte zu Alltagsradwegen, der Verkehrssicherheit in der Gemeinde generell sowie der Umwandlung der Verkehrsstruktur hin zu einer umweltbewussten Mobilität. 

Dazu wird Klimaschutzmanager Christian Schnadinger in der Gemeinde ämterübergreifend aktiv sein und sein Fachwissen vor Ort einbringen. Zudem tauscht er sich mit den anderen Klimaschutzmanagern im Saarland regelmäßig aus. Schulen, Kitas, Vereine, Verbände, die einzelnen Fraktionen der Orts- und Gemeinderäte, der Naturschutzbeauftragte sowie viele andere lokale Akteure vor Ort werden von ihm mit einbezogen und zum Mitmachen animiert. 

Wenn Sie sich aktiv am Klimaschutz in der Gemeinde beteiligen wollen, können Sie Herrn Schnadinger schon jetzt kontaktieren.

Der Klimawandel – Ein Problem unserer Zeit?

Kaum ein Thema bewegt die gesellschaftliche Debatte so stark wie der Klimawandel. Deswegen möchte die Gemeinde Wadgassen durch ihren neuen Klimaschutzmanager Christian Schnadinger regelmäßig auf die Entwicklungen und Hintergründe des Klimawandels und Klimaschutzes aufmerksam machen und die Bevölkerung vor Ort auch konkret informieren. 

Fast täglich erreichen uns weltweit Meldungen über extreme Dürre, langanhaltende Hitzeperioden oder plötzlich auftretende Starkregenereignisse, die innerhalb kurzer Zeit ganze Landstriche unter Wasser setzen, wie es beispielsweise im letzten Herbst in unserer Partnerstadt Arques der Fall war. Auch das Abschmelzen der Gletscher in unseren Alpenregionen ist ein deutlich erkennbares Anzeichen, das mit der Erwärmung unseres Planeten einhergeht. 

Aber auch in unserer Region lassen sich die Folgen des Klimawandels nicht wegdiskutieren. So war laut dem Deutschen Wetterdienst „mit einer Mitteltemperatur von 10,6°C das Jahr 2023 in Deutschland das bisher wärmste Jahr seit dem Beobachtungsbeginn 1881“. 

Die Anzahl der Hitzetage (>30°C) haben sich seit den 1950er Jahren mehr als verdreifacht und führen zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen. Starkregenereignisse und Überflutungen sind längst nicht nur Meldungen aus fernen Regionen, sonders ereignen sich auch „vor unserer Haustür“. 

Auch der Februar 2024 geht in die Geschichtsbücher ein (SR Bericht vom 28.02.2024). Mit einer Mitteltemperatur von 6,6 °C war er so mild wie noch kein Februar zuvor. Zum Vergleich: Die Mitteltemperatur Februar im Referenzzeitraum 1961-1990 betrug lediglich 0,4°C – also ein Plus von 6,2°C! Und das Saarland war sogar mit 7,2°C hinter Nordrhein-Westfalen das zweitwärmste Bundesland und mit einer rekordverdächtigen Niederschlagsmenge von 123 Litern pro Quadratmeter nicht zu toppen! Ein Winter, wie wir ihn kennen? Sicher nicht! 

Aber warum ist erst jetzt der Klimawandel in aller Munde? Warum ist man dem nicht schon früher begegnet? Nun, vor den Folgen der globalen Erwärmung und dem damit verbundenen Klimawandel warnen führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon seit Ende der Siebziger Jahre. Schon damals zeigten die globalen Wetteraufzeichnungen einen deutlichen Trend nach oben. Aber die Weltgemeinschaft stand im Fokus der Globalisierung und der ständig fortschreitenden Industrialisierung, so dass diese Rufe weitgehend verhallten.  Erst mit völkerrechtlichen Vereinbarungen auf globaler Ebene wurde das Thema langsam in die Köpfe der Politikerinnen und Politiker und in die Öffentlichkeit getragen. Als wesentliche Meilensteine sind hier z.B. der Weltgipfel von Rio (1992), die 1. Vertragsstaatenkonferenz in Berlin (COP I, 1995) oder das Kyoto-Protokoll (COP III, 1997) zu nennen.

Aber erst beim Pariser Klimaschutzabkommen (COP21, 2015) wurde erstmals eine völkerrechtlich verbindliche Einigung getroffen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Darüber hinaus sollen sich die Staaten bemühen, den Temperaturanstieg unter 1,5°C zu halten! Diese Ziele wurden bei der letzten Weltklimakonferenz 2023 in Dubai (COP28) bestätigt und es gab eine „Absichtserklärung“ zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Genügt das, um das Ruder rum zu reißen?  

In 2023 lagen die globalen Durchschnittstemperaturen um +1,48°C über dem vorindustriellen Niveau (Copernicus)! Da aber weltweit die CO2-Emissionen mit 40,2 Mrd. to (Statistica) 2023 einen neuen Höchstwert erreicht haben, muss man davon ausgehen, dass auch die globale Temperatur in 2024 weiter steigt! 

Sie haben Fragen, Anregungen oder Ideen für den Klimaschutz in Wadgassen? Der Klimaschutzmanager der Gemeinde, Christian Schnadinger, freut sich über Ihre Rückmeldungen und Beteiligungen zu diesem Thema.

Kontakt

Chrsitian Schnadinger
Eimersbergstraße 7
66787 Wadgassen
christian.schnadinger@wadgassen.de

„Als Klimaschutzmanager kann ich nicht die Welt retten, aber ich fange in Wadgassen an.“ -Christian Schnadinger-

Umweltpakt Saar